Clara-Sophie | Krankheitsbilder/ Diagnosen etc.

 

Liquordynamikstörung/Liquorzirkulationsstörung

Die Liquordynamik, der Hirnwasserkreislauf, ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen der ständigen Produktion des Hirnwassers und dessen Resorption im Blut. Unser Hirnwasser wird täglich zweimal komplett ausgetauscht.

Der Liquor (das Hirnwasser) zirkuliert zwischen den inneren (Ventrikeln) und äußeren (Cisternen, Subarachnoidalraum) Hirnwasserräumen. Es wird in den Ventrikeln produziert, fließt in die äußeren Liquorräume und umspült das gesamte Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Störungen der Liquordynamik werden fast ausschließlich durch eine gestörte Resorption verursacht. Das Hirnwasser ist wichtig für die Aufrechterhaltung der Druckverhältnisse, der Durchblutung und des Stoffwechsels im Zentralnervensystem.

 

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Neuroendoskopie

 
Mit einem feinen Endoskop (dünner als ein Bleistift) wird über eine Knochenöffnung der Hirnwasserraum erreicht. Die Öffnung (< als 1 cm) befindet sich hinter der Haargrenze und wächst später allein zu. Über die beiden seitlichen Ventrikel gelangt man in den dritten Ventrikel. Er liegt in der Mitte und ist durch eine Membran am Boden des dritten Ventrikels von den äußeren Hirnwasserräumen getrennt. Diese Membran wird mit einer Öffnung versehen. Das Hirnwasser kann nun besser zwischen den äußeren und inneren Hirnwasserräumen zirkulieren und der Hirnwasserkreislauf wird angeregt.

Nach Entzündungen, Blutungen und anderen Erkrankungen (s.o.) haben sich häufig im Bereich der Cisternen kleine Membranen, "Verwachsungen", gebildet, die den Hirnwasserkreislauf und die Hirnpulsation zusätzlich beeinträchtigen. Diese werden bei der neuroendoskopischen Operation so weit gelöst, dass das Hirnwasser wieder besser fließen kann.

Das Risiko einer Blutung wird durch das kleine Instrumentarium und ausschließlich stumpfes Arbeiten reduziert.

Quelle: www.clara-tamaschke.de

 

 

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Das postkomatöse Durchgangssyndrom

Unter dem Begriff Durchgangssyndrom wird die Übergangszeit zwischen dem Erwachen aus der Bewusstlosgkeit und der Stabilisierungsphase verstanden. Die Grenzen zwischen den Phasen sind fließend und meistens nur rückblickend zu definieren.

Mit Durchgangssyndrom ist also die jeweils individuell unterschiedliche Zeit gemeint, in der der aus dem Gleichgewicht gebrachte Organismus versucht, sich wieder zu ordnen und zu orientieren. Symptome, die hier zu beobachensind, sind vorübergehender Natur.

Die Phase des Durchgangssysndroms ist eine Zeit, die für alle durch das verwirrte und befremdete Verhalten der Kinder beunruhigend und belastend sein kann. Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle ausführlicher beschreiben:

Das Gehirn beginnt - nach der Zeit der Bewusstlosigkeit - wieder bewusst zu arbeiten. Dennoch gelangen jetzt zunächst nur flüchtige Eindrücke ins Gehirn, denn immer wieder bricht seine Organisation zusammen. Das Denken und Verarbeiten verhält sich wie ein Fernsehgeät, das ständig Störungen hat, dessen Bild verschwimmt, rennt, ab und zu stehenbleibt, der Ton kommt, geht, mal ist Farbe da, mal nur schwarz-weiß, und dann geht wieder gar nichts mehr.

Das Kind kan noch nicht begreifen, was ihm geschieht. es kann die lichten Momente oft noch nicht festhalten und zusammenreimen.  Es braucht darum nun von uns vorallem das, was ihm fehlt, wofür sonst sein Gehirn sorgt: Ordnung, Orientierung, Überblick, Sicherheit, Schutz, Verstehen, Führung.

Wir müssen dem Kind helfen, sich zurechtzufinden: Wer es ist, wo es ist, was geschehen ist. Wir müssen ihm helfen, dass es das neue, das auf es einwirkt, nicht überfordert, sondern es "häppchenweise" erreicht. Die normale Vielfalt muss für das Kind auf einen einfachen Nenner gebracht werden, damit es aufgenommen werden kann. Das gilt für die Sprache (einfache kurze Sätze) als auch für alle Anforderungen. Es ist gut, sich daran zu erinnern, wie wir damals, als die Kinder geboren wurden, mit Ihnen umgegangen sind. Wir sind langsam mit Ihnen und unseren Ansprüchen und Erwartungen an sie mitgewachsen. Wir haben sie immer dort abgeholt, wo sie in Ihrer Entwicklung standen. 

 

Quelle: Schädel- Hirnverletzungen bei Kindern und Jugendlichen; Dipl.-Psych. Christiane Gerard, Dr. Med. Christian G. Lipinski, Wolfang Decker, TRIAS Verlag 1996.

 


Posttraumatische Epilepsie (PTE)

Sie treten erst Wochen, Monate oder Jahre nach dem Unfall auf. Aus bisher nicht vollständig geklärten Gründen kommt es in manchen verletzten Hirngebieten zu Funktionsveränderungen von Nervenzellverbänden, die zu unkontrollierten Entladungen neigen - sie werden epileptisch.

Eine posttraumatische Epilepsie muss medikamentös behandelt werden! Dafür kommen nur wenige Medikamente in Frage. Die Dosierung erfolgt einschleichend, um den Körper an das neue Medikament zu gewöhnen.

Ziel der Behandlung ist das erreichen von Anfallsfreiheit. Eine antiepileptische Medikation muss über viele Jahre zuverlässig eingenommen werden.

Die Prognose der PTE hängt von vielen Faktoren ab. Lässt sich innerhalb von Wochen und Monaten Anfallsfreiheit erreichen, gilt dies als günstige Prognose. Treten jedoch zahlreiche Anfälle auf und entwickeln sich nebeneinander verschiedene Anfallstypen, die nicht auf die verordneten Medikamente ansprechen, so ist auch auf lange Sicht nicht mit vollständiger Anfallsfreiheit zu rechnen.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Schädel- Hirnverletzungen bei Kindern und Jugendlichen; Dipl.-Psych. Christiane Gerard, Dr. Med. Christian G. Lipinski, Wolfgang Decker, TRIAS Verlag 1996.

Heute listen wir Euch mal in laienverständlicher Kurzform, die Entlassungsdiagnosen vom 20.06.08 auf:

spastische Tetraparese

Epilepsie

Essstörung/ Nahrungsverweigerung (PEG-Sonde)

geistige Entwicklungsverzögerung

Sprachverlust

chronische Obstipation (Verstopfung)

Schlafstörung

 

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